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Gebissregeln im Springen – womit dürfen Sie starten?
Quellen geprüft am 7. September 2026. Maßgeblich sind die am Turniertag geltenden offiziellen Regeln und die Ausschreibung.
Das Springen hat deutlich freiere Gebissregeln als die Dressur. Die meisten Gebisstypen sind erlaubt — aber nicht alle, und das deutsche Regelwerk ist hier strenger als die FEI.
Hier fassen wir zusammen, was nach FEI und FN gilt. Das offizielle Regelwerk und die Entscheidung der Richter gelten immer vor diesem Ratgeber.
Was regelt die Gebisswahl?
International gilt das FEI-Springreglement, national die LPO mit dem Ausrüstungskatalog. Anders als in der Dressur gibt es keine enge Liste zugelassener Gebissformen — Ausgangspunkt ist, dass die Ausrüstung dem Pferd nicht schaden darf. Richter dürfen Ausrüstung vor Ort beanstanden.
Erlaubte Gebisstypen
Im Springen können Sie in der Regel mit allen Seitenteilen aus unserem Sortiment starten: Olivenkopf, Wassertrense, D-Ring, Knebeltrense (Fullcheek), Baucher — und auch mit Hebelgebissen wie Pelham, Kimblewick, Beval und Swivel, die in der Dressur verboten sind.
Metallgebisse aus Sweet Iron und Titan sind erlaubt.
Wichtig: Ledergebisse sind in Deutschland verboten
Ein zentraler Unterschied zur FEI: Nach LPO sind Ledergebisse und lederummantelte Mundstücke auf deutschen Turnieren nicht zugelassen — auch nicht im Springen. Ein Ledergebiss ist damit in Deutschland ein reines Trainingsgebiss.
Das gilt trotzdem immer
- Keine scharfen Kanten, keine beschädigten Gebisse.
- Die Ausrüstung muss zum Pferd passen — schlecht sitzende Ausrüstung kann beanstandet werden.
- Jungpferde- und Ponyprüfungen können eigene Einschränkungen haben — Ausschreibung lesen.
- Richter dürfen Ausrüstung jederzeit aus Tierschutzgründen ablehnen.
Quellen
FEI-Springreglement, LPO und Ausrüstungskatalog der FN (pferd-aktuell.de). Beurteilen Sie die Turnierzulässigkeit nie nach Produktname oder Aussehen — entscheidend ist die Form. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Turnierregeln und erlaubten Gebissen.
Das Wichtigste in Kürze
- Beginnen Sie mit Maulgesundheit, Anatomie und korrekter Passform.
- Beurteilen Sie Breite, Höhe, Stärke, Mundstück und Seitenteile als Gesamtsystem.
- Verändern Sie möglichst nur einen wesentlichen Faktor gleichzeitig.
- Brechen Sie die Nutzung bei Wunden, Schmerzen oder deutlichem Unbehagen ab.
Praktisch beurteilen
- Dokumentieren Sie die bisherige Ausrüstung und die Reaktion des Pferdes.
- Kontrollieren Sie Zähne, Maulschleimhaut, Trense und Gebiss.
- Testen Sie Änderungen zunächst in ruhiger, sicherer Umgebung.
- Beobachten Sie Aufzäumen, Schlucken, Anlehnung, Lenkbarkeit und Verhalten.
- Kontrollieren Sie Maulwinkel und Schleimhaut nach dem Reiten.
Häufige Fragen
Gibt es eine Lösung, die für jedes Pferd passt?
Nein. Maulanatomie, Ausbildung, Reiterhand und Einsatzzweck unterscheiden sich. Die individuelle Passform ist entscheidend.
Wie lange sollte eine Änderung getestet werden?
Wenn das Pferd entspannt und sicher ist, liefern mehrere kurze Einheiten mehr Informationen als ein einzelner Test. Bei Schmerzen oder Verletzungen sofort abbrechen.
Wann ist fachliche Hilfe nötig?
Bei Wunden, Schwellungen, plötzlichen Verhaltensänderungen oder vermuteten Zahnproblemen sollte eine Tierärztin oder ein Tierarzt hinzugezogen werden.
Regeln und Sicherheit
Für Turniere gelten die jeweils aktuellen Bestimmungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Produktnamen allein bestätigen keine Turnierzulässigkeit.
Allgemeine Informationen ersetzen keine individuelle Untersuchung. Zuletzt fachlich geprüft: 7. September 2026.