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Gebissregeln in der Dressur – welche Gebisse sind erlaubt?

Die Dressur hat die detailliertesten Gebissregeln aller Disziplinen. Welches Gebiss Sie reiten dürfen, hängt von Klasse und Niveau ab — und die Regeln werden regelmäßig aktualisiert.

Hier fassen wir die Grundanforderungen nach FEI und Deutscher Reiterlicher Vereinigung (FN) zusammen. Das offizielle Regelwerk, die Ausschreibung und die Auslegung der Richter gelten immer vor diesem Ratgeber.

Was regelt die Gebisswahl?

Internationale Turniere laufen unter dem FEI-Regelwerk; zugelassene Gebissformen finden Sie in der offiziellen FEI TackApp (tack.fei.org). Nationale Turniere in Deutschland laufen unter der LPO mit dem zugehörigen Ausrüstungskatalog, der jährlich im Januar aktualisiert wird — prüfen Sie immer die aktuelle Ausgabe.

In den unteren und mittleren Klassen wird auf Trense geritten. In den höheren Klassen kommt die Kandare (mit Unterlegtrense) hinzu.

Grundanforderungen an das Dressurgebiss

  • Mundstück aus glattem Metall, ohne scharfe Kanten oder gedrehte Flächen.
  • Stärke mindestens 12 mm am Ring für Pferde (Ponys haben eigene Maße — bitte im Regelwerk prüfen).
  • Das Mittelstück eines doppelt gebrochenen Gebisses darf maximal 4,5 cm lang sein.
  • Die Unterlegtrense muss laut Ausrüstungskatalog 10–16 mm stark sein.
  • Der Anzug der Kandarenstange darf maximal 10 cm betragen.

Erlaubte und verbotene Gebisstypen

Erlaubte Seitenteile in der Dressur sind unter anderem Olivenkopfgebisse (feste Ringe), Wassertrensen (lose Ringe), D-Ring-Trensen, Knebeltrensen (Fullcheek) und Baucher (Aufziehschenkeltrensen). Wichtig nach FN-Regelwerk: Das Baucher-Gebiss darf keine Rotation im Seitenteil haben.

Nicht erlaubt in der Dressur: Ledergebisse und lederummantelte Mundstücke, Hebelgebisse wie Pelham und Kimblewick sowie Beval- und Swivel-Gebisse (Wilkie). Diese können im Training oder in anderen Disziplinen sinnvoll sein, sind auf Dressurturnieren aber verboten.

Materialien wie Sweet Iron und Titan sind Metalle und erlaubt, sofern die Form des Gebisses die Anforderungen erfüllt.

FN — nationale Besonderheiten

Die FN folgt in der Dressur weitgehend den FEI-Regeln, ist aber in einigen Punkten strenger und präziser: Der jährliche Ausrüstungskatalog listet zugelassene Gebisse detailliert auf, die Unterlegtrense ist auf 10–16 mm festgelegt, und Baucher-Gebisse dürfen nicht rotieren. Prüfen Sie vor der Saison die aktuelle LPO und den Ausrüstungskatalog auf pferd-aktuell.de.

Checkliste vor dem Turnier

  • Gebissstärke am Ring messen — mindestens 12 mm für Pferde.
  • Bei doppelt gebrochenem Gebiss: Mittelstück maximal 4,5 cm.
  • Prüfen, ob das Seitenteil in Ihrer Klasse zugelassen ist.
  • Gebissform im Zweifel in der FEI TackApp bzw. im Ausrüstungskatalog nachschlagen.
  • Ausschreibung lesen — sie kann klassenspezifische Anforderungen enthalten.

Quellen

FEI TackApp (tack.fei.org), LPO und Ausrüstungskatalog der FN (pferd-aktuell.de). Beurteilen Sie die Turnierzulässigkeit nie nach Produktname oder Aussehen — kein Gebiss ist als Produkt "FEI-geprüft", entscheidend ist die Form. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Turnierregeln und erlaubten Gebissen.

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